Gambero Rosso 2008
Am 20.2.2008 war es wieder einmal soweit:
Pflichttermin für die Italienfraktion und wichtiger Termin im Kalender vieler Weinliebhaber. Alle pilgerten nach München um die diesjährige Präsentation des "Gambero Rosso", wenn auch zeitverzögert, in der deutschen Version zu erleben und natürlich um die berühmten
"Tre-Bicchiere" Weine zu verkosten.
Wie schon in den letzten Jahren wurde der Gambero wieder umfangreicher.
So steht in diesem Jahr auf den stattlichen 992 Seiten die Essenz aus mehr als 70000 verkosteten Weinen.
Dem großen Umfang wurde dieses Jahr auch im Form eines neuen, stabileren Umschlags Rechnung getragen.
Neu sind Informationen zu Anbauart, Anbaufläche und Produktion der Betriebe.
Unter den 18000 bewerteten Weinen von 2245 Produzenten finden sich
305 "Tre-Bicchiere" - Weine (282 waren es noch letztes Jahr)
Dies ist laut Herrn Cernilli, einem der Herausgeber des Werks, auf die zunehmende Zahl von Betrieben aus den südlichen Weinbauregionen und die besonders guten Jahrgänge der nördlichen Regionen zurückzuführen.
Die "Tre-Bicchiere" statistisch:
65 Weine aus der Toskana (55 in 2007)
61 Weine aus dem Piemont (53 in 2007)
28 Weine aus Friaul - Julisch Venetien (27 in 2007)
27 Weine aus Venetien (24 in 2007)
22 Weine aus Südtirol (21 in 2007)
15 Weine aus Sizilien
13 Weine aus der Lombardei
11 Weine aus den Marken
10 Weine aus Kampanien
10 Weine aus den Abruzzen
die übrigen Auszeichnungen verteilen sich an Umbrien, Trentino, Apulien, Emilia Romagna, Basilikata, Sardinien, Kalabrien,
Aostatal, Molise, Latien und Ligurien.
Wer aufmerksam war, stellt hier fest, dass es keine Weinbauregion ohne einen
Drei-Gläser-Wein gibt.
Die Weine des Jahres:
Schaumwein: 1999 Franciacorta Collezione Esclusiva; Cavalleri
Erbusco, Lombardei (Seite 214)
Weißwein: 2006 Collio Tocai Friulano; Raccaro
Cormons, Friaul - Julisch Venetien (Seite 434)
Rotwein: 2005 Faro; Palari
Messina, Sizilien (Seite 848)
Dessertwein: 2006 Moscato Passito di Pantelleria Ben Ryé; Donnafugata
Marsala, Sizilien (Seite 842)
Die Ruhe vor dem Sturm
Da es, wie in all den Jahren zuvor, zu befürchten stand, dass das Zollgewölbe den größten Ansturm von Verkostern zu ertragen haben würde, wohl weil dort die Toskana und das Piemont vertreten waren, habe ich meine Verkostung dort begonnen.
Dies hat zur Folge, dass die meisten Degustationsnotizen auch aus diesen beiden Regionen stammen und hat keine Aussagekraft über die übrigen angestellten Weine, die teilweise bei meinem Eintreffen dort leider schon ausgetrunken waren.
Vorwegnehmend möchte ich sagen, dass ich die Auswahl der Weine deutlich besser fand, als im vorigen Jahr. Kaum ein Wein, der scheinbar versehentlich in den Reigen der italienischen Weinelite aufgenommen wurde.
Hier einige meiner Weinimpressionen: